Essen verbindet!
Heute möchte ich euch von meinem ersten Foodcamp erzählen! Es ist Montagmorgen und ich bin immer noch sehr berührt von dieser kaum in Worte zu fassenden kulinarischen Begegnung am Samstag!
Ob in meinen Filmen, in den Büchern, Zeitschriftenkolumnen oder hier auf dem Blog, es erfüllt mich sehr, meine Begeisterung für das Kochen und Genießen, meine Lebensart und -Freude in meiner Arbeit mit euch zu teilen! Mit den Filmen lade ich euch ein in meine Küche, versuche euch die Möglichkeit zu geben, ganz nah dran zu sein an all den kulinarischen Erlebnissen in der Küche, im Garten und unterwegs.
Es berührt mich, wie viele in den letzten zwei Jahren Theresas Küche entdeckt haben! Denn ohne euch wäre all dies gar nicht möglich! Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar und jede Mail, über jedes Like auf Facebook... Wie schön, dass es euch gibt! Gerade in den Kommentaren und den Nachrichten, die ihr mir schreibt stelle ich immer wieder fest, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben und welch unglaubliche Vernetzung durch social media möglich ist! Ich bin mittlerweile noch mehr überzeugt: gerne zu kochen, zu genießen und die Freude an der Natur verbindet! Aus allen Teilen Deutschlands, aus Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Frankreich von überall her habt ihr in den letzten Jahren diesen Blog gefunden, seid zu einer treuen Stammleserschaft geworden und dafür möchte ich euch danken!
Bei aller medialen Vernetzung geht natürlich nichts über die persönliche Begegnung! Und deshalb habe ich auch so sehr von diesem Foodcamp geträumt! Ein Foodcamp, bei dem sich Genießer und Foodbegeisterte begegnen um einen Tag lang in meiner Küche zu kochen, zu genießen, zu lachen.... Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich lese, von woher ihr euch überall auf den Weg nach Luxemburg macht, aus Bayern, Niedersachen, Hessen,... ! Das Faszinierendste und Wertvollste am Foodcamp ist für mich, dass sich zuvor fremde Menschen aus den unterschiedlichsten Gegenden auf einmal in meiner Küche treffen, an meiner Tür klingeln und wir von Anfang an alle das Gefühl haben, als würden wir uns schon ewig kennen! Ich glaube Genießer unter sich, das ist schon etwas sehr Besonderes! Da ist einfach eine Verbindung. Genauso wie unter Gärtnern. Was für eine Stimmung! 12 Stunden haben wir zusammen intensiv verbracht und an dem Tag so viel erlebt, dass man sich kaum vorstellen kann, dass es nur ein Tag war. Ich glaube die Bilder sprechen für sich!
Das Foodcamp begann mit einem Frühstück! Mit zunächst einem Glas Champagner mit Granatapfelkernen und Holunderblütensirup im Garten und danach selbstgebackenen Vollkornbrötchen aus Kamut und Dinkel, Himbeermarmelade, Cashewmus mit Blütenpollen, Käse und einem Vanille-Quark mit aromatischen Erdbeeren! Beim Einkauf hatte ich sehr besondere Erdbeeren der Sorte Charlotte entdeckt, durfte eine probieren und war so hin und weg, dass ich gleich mehrere Schälchen für das Foodcamp kaufte. Nichts geht doch über süße, dunkelrote, aromatische Erdbeeren! Diese waren so tiefrot, dass sie vom Geschmack her an eine Walderdbeere erinnerten.

Nach dem Frühstück haben sich alle festes Schuhwerk angezogen und wir sind mit dem Auto über eine schöne Strecke durch den Wald nach Hünsdorf zur Familie Hoffmann gefahren. Sie bauen erst seit ein paar Jahren den ersten Luxemburger Spargel an! Wir haben uns auf dem Feld getroffen und durften unseren Spargel selbst stechen! Für alle von uns war dies ein ganz neues Erlebnis! Auf diese Weise entsteht eine ganz andere Wertschätzung des Produktes! Allein drei Jahre dauert es bis man nach der Pflanzung des Setzlings die erste weiße Spargelspitze ernten kann! Für die Ernte wird jede einzelne Spargelstange mit der Hand aus der Erde gegraben. Wenn man eine weiße Spitze entdeckt hat, gräbt man mit dem linken Mittel- und Zeigefinger die Spitze frei und sticht sie dann mit einer Art Zange ab. Dann wird das Loch wieder zugespachtelt und man sucht das nächste Köpfchen, das aus der Erdoberfläche schaut. Während der achtwöchigen Erntezeit muss der weiße Spargel jeden Tag gestochen werden, bei Sonne, Wind und Regen! Denn jeden Tag schauen wieder neue Spitzen aus der Erde! Wenn die Spargelspitzen aus der Erde wachsen, werden sie übrigens zu grünem Spargel! Was für kleine Kunstwerke da manchmal aus der Erde kommen! Gebogen und geschwungen! Ich habe solche Spargelformen noch nie im Laden gesehen! Dabei ist der Geschmack der gleiche und grüner Spargel muss nicht mal geschält werden! Wenn ihr nun Spargel zubereitet und esst, könnt ihr euch vorstellen, wie viel Zeit, Arbeit und Hinwendung in jeder einzelnen Spargelstange stecken und sie vielleicht noch bewusster genießen! Der Luxemburger Spargel ist etwas sehr Besonderes, weil es so wenig davon gibt! Er schmeckt so zart, dass man ihn sogar roh probieren kann! Gregor, sagte es sei der beste Spargel, den er je gegessen hat! In der Sortieranlage werden die Stangen nach Größe sortiert und dann an Luxemburger Restaurants verkauft, sogar die ganz Feinen und Krummen! Sie werden zu Suppe verarbeitet! Für Privatleute öffnet Frau Hoffmann ihren Hoflanden. Ihre Kunden kommen sogar aus Trier gefahren! Wir können es sehr gut verstehen! Mit unserem selbstgestochenen Spargel fahren wir schließlich bereichert zurück in unsere Küche! Vielen Dank liebe Familie Hoffmann für dieses unvergessliche Erlebnis!







Spargelstechen macht hungrig! Wieder Zuhause habe ich einen Salat vorbereitet und jeder durfte sich auf einem kleinen Teller im Garten eine kleine Kräuterauswahl zusammenstellen. Für das Foodcamp durfte der Rasen extra nicht gemäht werden! Denn dort wachsen Spitzwegerich, feine Löwenzahnblättchen und Gänseblümchen. Im Kräuterbeet gab es eine Auswahl verschiedenener Minzeblätter, Basilikum und Rauke! Liebevoll dekoriert und zubereitet haben wir unseren Frühlingssalat mit allen Sinnen genossen und uns gestärkt für das anschließende gemeinsame Kochen.




Die Schürzen, Messer und Roughcutboards lagen bereit! Im Keller brannte im Holzbackofen bereits das Feuer für unsere Pizza! Dies war das Menü für unseren Nachmittag:
Warmer Ziegenkäse-Erdbeer-Toast
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Variation von grünem Spargel
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Pizza mit grünem und weißem Spargel, Limetten-Mascarpone und Spinat
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Topfensoufflé mit Rhabarberkompott

Es wurde geschnibbelt, gekocht und gelacht! Und natürlich probiert! Beim Einkauf am Freitag hatte ich doch tatsächlich eine Kiste Bonnotte Kartoffeln aus Noirmoutier entdeckt! Sie werden Ende Februar/ Anfang März in die Erde gesetzt, mit Algen bedeckt und bleiben nur 90 Tage unter der Erde. Bonnotte-Kartoffeln sind die Trüffel unter den Kartoffeln und haben die Konsistenz einer Esskastanie. Es war mir die größte Freude, die anderen diesen besonderen Geschmack einer Kartoffel entdecken zu lassen. Schnell wurde ein kleiner Topf mit Wasser aufgestellt, die Kartöffelchen gekocht und in einer Pfanne in Olivenöl gebraten. Dazu Rosmarin und Thymian aus dem Garten, etwas Fleur de Sel und für jeden eine Gabel!



Roher grüner Spargel auf Fenchel-Orangensalat und
Gebratene grüne Spargelspitzen mit Pistazien und warmen Orangen




Nach 12 wunderschönen gemeinsamen Stunden sind alle erfüllt wieder gefahren! Zum Abschied gab es für jeden ein Goodie-Bag mit einem nativen Kokosöl und einem Olivenöl der Ölmühle Solling, der Schürze und einem Kilo frischem Luxemburger Spargel!
Ich bin schon voller Vorfreude auf das nächste Foodcamp!
Eure Theresa

























